Kann man eigentlich
nichts denken?
Gerade wollte ich
nichts denken,
doch habe mich
bei dem Gedanken ertappt,
ob man
nichts denken kann.
Ich denke nicht,
dass man nie
nichts denkt.
Doch wenn man immer
etwas denkt,
woran denkt man,
wenn man gedankenlos ist?
Genauer gesagt:
gedankenverloren.
Die Wissenschaft
spricht vom Schwebezustand.
Dabei fällt mir ein:
Ich habe schon manchmal
Gedanken verloren,
die ich gerade noch dachte.
Kann man einen Gedanken suchen?
Kann man ihn wiederfinden?
Kann man Gedanken
wiederholen?
Also, ich meine:
ein zweites Mal denken?
Denn wenn ich ihn
ein zweites Mal denke,
ändert sich seine
Gedankengeschichte.
Das hieße:
Denselben Gedanken
kann man nicht mehrmals denken,
wohl aber
den gleichen –
viele Male sogar.
Das gilt natürlich auch
für Gedanken
über das Denken.
Oder das Denken
über Gedanken?
Darüber wurde bestimmt
schon sehr viel
nachgedacht.
Irgendwie witzig:
Vordenker
sind zugleich
Nachdenker.
Und „overthinken“
ist etwas anderes
als überdenken.
Wie viele Gedanken
kann man auf einmal denken?
Denkt man sie parallel
oder kurz nacheinander?
Wie eine Gedankenpolonäse.
Apropos:
Wenn ich mich
mit meinen Gedanken
im Kreis drehe,
kann ich dann
trotzdem
um die Ecke denken?
Puh.
Darüber werde ich mir
noch Gedanken machen.
Aber nicht jetzt.
Denn gerade denke ich
eigentlich nichts –
außer:
wo meine Gedanken
geblieben sind.
Titelbild: Oliver Flöricke auf Unsplash.

